Ihre Anfrage +49 611 987 7081 +49 611 987 7081

Auszüge meines Wirtschaftsvortrags am 19. Juli 2012 bei der EU-Ministerkonferenz auf Zypern.

Geschrieben von Volker Geyer am

Exklusiv für meine Blogleser Auszüge meines Wirtschaftsvortrages während der EU-Ministerkonferenz am 19. Juli auf Zypern.

Thema 1: Wie sichert man den Erfolg bestehender Unternehmen durch rechtzeitige Umstrukturierung?

Die Märkte befinden sich im Wandel!

Noch nie zuvor haben Menschen so viel Wandel und Veränderung erfahren müssen, wie heute. Hatte noch vor nur 100 Jahren eine ganze Menschengeneration Zeit, das Auto als Neuerung aufzunehmen, es zu akzeptieren und eine eigene Industrie dazu aufzubauen, ist es dem Internet in einem Bruchteil dieser Zeit gelungen, jetzt schon mindestens genauso weit zu sein. Zudem trägt das Internet wesentlich dazu bei, dass die Geschwindigkeit verschiedenster Entwicklungen weiter rasant an Fahrt gewinnt. Der Mensch versucht mitzukommen.

Er verändert seine Lebensgewohnheiten, sein Arbeitsverhalten und sein Konsumverhalten. Jährlich kommen tausende neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt, an die er vor 10 Jahren noch gar nicht gedacht hat. Hätten Sie damals gewusst, dass ein Leben ohne Smartphone heute praktisch als exotisch gelten würde?

Alles befindet sich im Wandel, auch und besonders die Märkte. Heute ist nichts, wie gestern und schon gar nichts, wie es morgen sein wird. Dabei will ich die aktuellen Ereignisse im Euroraum durchaus mit einschließen. Wir wissen nicht, was kommt.

Meine Prognose für die Zukunft: Menschliche Werte gewinnen wieder an Bedeutung!

Auch für und in Unternehmen.

Sind die KMU auch im Wandel?

„Das brauchen wir nicht“ „Das haben wir schon immer so gemacht“ sind gefährliche Aussagen geworden, wenn sie von Unternehmern kommen. Was vor wenigen Jahren in und für Unternehmen noch gut funktioniert hat, kann heute schon deren Existenz gefährden. Unternehmer müssen Ihre Unternehmen überdenken. Sie brauchen Visionen. Ohne eine Vision fehlen jedem Unternehmen der Sinn, das Motiv und der Motor. Ohne Visionen gibt es keine Ziele und ohne Ziele keine Strategien. Doch genau das ist es, was KMU heute benötigen, um an den Märkten zu bestehen.

Wichtige Maßnahmen sind Chefsache!

Wer glaubt, dies alles gelte nicht für Klein- und Kleinstbetriebe, der irrt. Gerade in diesen Betriebsgrößen gibt es den größten Bedarf, sich auf die veränderten Märkte einzustellen, Denkweisen und Strukturen zu verändern. Der Erfolg beginnt im Kopf und im Herz des Unternehmers. Egal welche Betriebsgröße er wählt, egal welche Produkte er anbietet, egal welche Ziele er verfolgt.

Positionierung

Zu viele Unternehmen machen Alles für Jeden, sie haben ihre Zielgruppe nicht definiert und bieten ein zu breites Spektrum an Produkten, Waren und Dienstleistungen. Warum konzentrieren sich Firmen nicht auf das, was sie am besten können und entwickeln daraus eine Problemlösung für eine ausgewählte Zielgruppe?

Solche Firmen wirken wie ein Magnet auf künftige Kunden und werden dort mit Kusshand empfangen. Für sie ist der Wettbewerb gering, die Anzahl der Stammkunden hoch und die Auslastung mehr als ausreichend. Wenn man diese Unternehmer im persönlichen Gespräch mit dem Thema „Preisdruck“ konfrontiert, bekommt man ein Lächeln. Dieses Thema kennt man dort nicht. Paradiesische Verhältnisse.

Produkte Waren Dienstleistungen

Die Palette der Produkte, Waren und Dienst-leistungen in einem KMU ist in der Regel zu breit, zu groß, zu viel. Viele Bereiche bedienen zu wollen birgt die große Gefahr, nirgendwo echte Spitzenleistungen erbringen zu können. Zudem hat man in seiner Außenwirkung kaum eine Chance, seine echten Stärken als Botschaft anzubringen. Man geht in der Masse unter, ist nur einer von Vielen und steht im täglichen Überlebenskampf.

Erfolgreiche Firmen verfolgen eine Spezialisierungsstrategie. Nicht Produktspezialisierung, sondern Problemlösungsspezialisierungen heißt das Zauberwort. Unternehmen die sich uneingeschränkt darauf spezialisieren, die Probleme seiner Zielgruppe zu lösen, werden den Stürmen der Märkte standhalten, sie werden immer erfolgreich sein.

Vor 20 Jahren führte mein Unternehmen Verputz- Maler- und Trockenbauarbeiten für Bauträger, Privatleute, Staatsbauamt, Generalunternehmer und dergleichen aus.

1000 Produkte für unterschiedlichste Zielgruppen, wir mussten um jeden Auftrag kämpfen.

Heute sind wir spezialisiert auf individuelle Wandgestaltungen in privaten Wohnungen und gehören damit zu den Marktführern.

Prozesse/Abläufe

Die Prozesse und Abläufe in einem KMU bestimmen die Attraktivität und Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens mit. Das fängt mit der Frage an: Wie lange darf ein Kunde maximal auf sein Angebot, den Service, die Dienstleistung warten? Und endet damit, wie man seine Kunden nach dem Auftrag betreut oder begleitet. Nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen und die Guten die Schlechten. Im Zeitalter des Internets gilt diese Regel immer mehr. Qualitätssicherung ist ein Muss für jedes KMU.

Qualität ist die Grundvoraussetzung überhaupt, am Markt bestehen zu können. Ohne Qualität ist jede Strategie schon zu Beginn zum Scheitern verurteilt. Für die Sicherung der Qualität –und zwar in allen Unternehmensbereichen- müssen Prozesse und Abläufe festgelegt werden. Diese müssen in angemessenen Abständen immer wieder einer Kontrolle unterliegen. Und damit meine ich im Speziellen auch die Klein- und Kleinstunternehmen.

Mitarbeiter

Das wahre Kapital eines KMU sind seine Mitarbeiter. Erfolgreiche Unternehmer führen ihre Mitarbeiter, statt sie zu managen. Echte Leadership ist, wenn ein Unternehmer sein Herz mit den Herzen seiner Mitarbeiter verbindet und dadurch eine gemeinsame Vision entstehen lässt. Eine gemeinsame Vision ist das Betriebssystem eines Unternehmens, ganz besonders eines KMU.

Thema 2: Wie gibt man gescheiterten Unternehmern eine zweite Chance?

Es würde Europa und seiner Gesellschaft gut tun, wenn Erfolg weniger an materiellen, wirtschaftlichen Themen gemessen würde. Erfolgreich ist in meinen Augen derjenige, der glücklich ist und täglich eigene Entscheidungen treffen kann.

Es würde Europa und seiner Gesellschaft gut tun, wenn jeder mehr Wertebewusstsein, mehr Verständnis und Anerkennung gegenüber allen Mitmenschen aufbringt.

Es würde Europa und seiner Gesellschaft gut tun, wenn die Politik eine nachhaltige Initiative ins Leben ruft, unternehmerische Re-Starts noch gezielter zu unterstützen, diese mit geeigneten Mentoren zu begleiten, mehr Risikokapital für innovative Ideen und Konzepte zur Verfügung zu stellen und vorhandene Fördermöglichkeiten stärker zu publizieren. Ich denke, die Zahl der Re-Starter wird generell zunehmen. Unsere Gesellschaft wird weiter lernen müssen, mit diesen Gegebenheiten umzugehen, sie in ihren Alltag zu integrieren. Die Tatsache, dass wir heute hier darüber reden, ist ein vorbildliches Zeichen.

Unternehmen geben Menschen Lebensinhalt und Einkommen, sie fördern Wirtschaft und Entwicklung und es entstehen dadurch wertvolle soziale Verbindungen.

Das alles finde ich - wunderbar! 

Mein unglaubliches Erlebnis in Brüssel 2011

Zurück

Einen Kommentar schreiben

  • Jens A. Heim

    Lieber Volker,
    ein toller Beitrag.
    Ich wünsche dir damit viel Erfolg beim Vortrag und ein unvergessliches Erlebnis auf Zypern.
    Liebe Grüße
    Jens

  • Matthias Schauer

    Hallo Herr Geyer,

    Klasse Struktur, vieles sehr schön auf den Punkt gebracht, Kompliment...

    Sie sind ein hervorragender Botschafter der KMUs, nach außen genauso wie nach innen.

    Viel Erfolg morgen auf der Konferenz in Zypern...

    Viele Grüße aus Wiesbaden-Delkenheim
    Matthias Schauer

  • Martin Möller

    Lieber Herr Geyer,
    die Belange des KMU bringen Sie in diesem kleinen Einblick hervorragend auf den Punkt.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie damit bei den hochrangigen Zuhörern auf offene und interessierte Ohren treffen. Im Zeitraum, in dem öffentliche Millionen, gar Millarden in Großunternehmen gepumpt werden und die Basis, die KMUs, oft vergessen werden eine tolle Lanze zum Besinnen.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Zypern und ganz tolle Eindrücke.
    Herzliche Grüße aus dem Norden
    Martin Möller

  • Karl JOBIG

    Guten Tag, Herr Geyer, jemanden wie Sie als "Follower" zu haben, gefällt mir sehr. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie gemeinsam mit der PFDE in Deutschland etwas verändern wollen. Wir verlassen die Trampelpfade der etablierten Parteien zum Wohle des Mittelstands,so wie wir ihn definieren.