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CHANCE: Achtsamkeit als Führungsinstrument in Handwerksbetrieben

Geschrieben von Volker Geyer am

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Experte Dominik Ley:

„In Zeiten des permanenten Wandels müssen Handwerksbetriebe sich damit beschäftigen, ob die praktizierte Führung für ein nachhaltiges Bestehen am Markt noch zeitgemäß ist.“ 

Was bedeutet Führung in Betrieben und Unternehmen und welche Bedeutung hat dieses Thema, wenn man nachhaltig unternehmerischen Erfolg generieren möchte? Zu dieser Frage tausche ich mich regelmäßig mit dem Achtsamkeitsexperten Dominik Ley (Titelfoto) aus. Mittlerweile sind Dominik und ich Freunde, unsere Gespräche zum Thema Führung dauern manchmal einige Stunden und es wird uns dabei nicht langweilig. Ende März 2020 werden wir beide das erste Achtsamkeitsseminar für Handwerksbetriebe im kleinen Teilnehmerkreis veranstalten. Das Seminar trägt den Titel „Führung neu definieren!“ 

Ich habe Dominik gebeten, einen Artikel zu verfassen und seine Sichtweisen zu diesem Thema einmal zu beschreiben. Nachstehend der Artikel.

Dominik Ley: Wir alle denken, Führung sei ein Thema ausschließlich für Betriebsinhaber. Dieser Artikel soll die Sichtweise auf dieses Thema etwas verändern. Mitarbeiter denken in der Regel, wenn sie mit dem Thema Führung konfrontiert werden „Was hat Führung mit mir zu tun? Ich bin doch weder Inhaber noch Unternehmer!“. Führung betrifft aber jeden! Alle Mitarbeiter sind in der ein oder anderen Weise am Thema Führung beteiligt. Denn immer sind wir mit Menschen in Kontakt und immer wirkt sich unser Verhalten auf die Menschen um uns herum aus, in alle Richtungen. Dieses Phänomen nennt man: Führung. 

Und wie sieht die Führung in der heutigen Zeit aus? Die Zeiten des „Herumkommandierens“ scheinen ja schließlich vorbei zu sein. Welcher Geist hat sich also inzwischen entwickelt? Was hat sich verändert und wie? Und die Frage, die sich dementsprechend aufdrängt lautet: Inwiefern nehmen wir den Wandel zur Kenntnis? Oder machen wir einfach alles so weiter wie bisher? 

Herausforderungen und Antworten. Schauen wir zunächst auf die aktuelle Epoche. Diese ist geprägt von Unsicherheit, Komplexität und permanentem Wandel. Zudem regiert eine Informations- und Reizüberflutung unsere Welt. Das allgemeine Miteinander der Menschen leidet darunter mehr und mehr. Daher ist es wichtig, die richtigen Antworten auf diese Herausforderungen zu finden. Und in diesem Zuge muss Führung vielleicht sogar neu definiert werden! 

Führung neu definieren heißt achtsam mit sich selbst und achtsam mit anderen umzugehen. Unternehmen transformieren sich so zu Wertegemeinschaften, in denen sich alle beteiligten Menschen wohlfühlen. Achtsamkeit (Mindfulness) ist eine Art der Unternehmens- und Mitarbeiterführung, die den Fokus auf Menschenführung und die Auseinandersetzungen mit den Emotionen legt. Sie ist ein hervorragender, vielleicht sogar alternativloser Ansatzpunkt, den Herausforderungen unserer Zeit an den Fundamenten zu begegnen, anstatt nur an der Oberfläche. Um diese Art der Führung zu entwickeln, muss sie zunächst definiert, an sich selbst trainiert und dann in das Unternehmen integriert werden. 

Eine achtsame Unternehmens- und Menschenführung soll dabei helfen, sich dem Wandel gegenüber positiv in Stellung zu bringen. Sie soll helfen Krisen zu meistern und Chancen zu entdecken. Sie soll das Handwerk für Nachwuchskräfte attraktiver machen, mehr Sinnhaftigkeit, Wertschätzung und eine gesunde Arbeitsatmosphäre ermöglichen und sie soll das Potenzial eines jeden Mitarbeiters ausschöpfen. Eine achtsame Unternehmens- und Menschenführung soll den Nährboden für Kreativität und neue Ideen bereiten, sie soll Dinge in Fluss bringen und Leichtigkeit herbeiführen. 

Wie kann man diesen Weg beschreiten? Es hört sich etwas abgegriffen an, aber die Antwort lautet: Man muss bei sich selbst anfangen! Denn sich darauf zu beschränken andere davon zu überzeugen etwas zu tun, würde lediglich einen Rückfall in das bereits genannte „Herumkommandieren“ bedeuten. Selbst ein Beispiel abzugeben, damit andere zu inspirieren und dadurch einen Wandel zu initiieren, ist erfahrungsgemäß wesentlich nachhaltiger, als lediglich Anweisungen zu erteilen. Diese Art des modernen und zukunftsorientierten Managements basiert auf Achtsamkeit (Mindfulness), Selbstkenntnis und emotionaler Intelligenz. Mit diesen immer zentraler werdenden Schlüsselkompetenzen für die erfolgreiche Führung von Menschen kann der Weg geebnet werden für die zukunftsfähige Entwicklung des Betriebes, den Aufbau einer Arbeitgebermarke, die Stärkung der Marktposition und für mehr Attraktivität. 

Die zuvor genannten Aspekte sind wahrscheinlich in jedem Unternehmen relevant, jedoch ist es nicht immer einfach diesen Weg einzuschlagen, um die erwünschten Ergebnisse zu erzielen. Wie kann man sich die genannten Kompetenzen aneignen? Oder sollte man statt aneignen vielmehr wiederentdecken sagen? Schließlich handelt es sich bei Achtsamkeit, Selbstkenntnis und emotionaler Intelligenz um Kompetenzen, die wir alle bereits besitzen, die jedoch mit entsprechendem Training noch weiter verfeinert werden können. Mit welchen Resultaten? 

Achtsamkeit: In Form von Präsenz und Wachheit, als Schlüsselkompetenz um aus eingefahrenen Mustern auszusteigen und neue Ideen und Handlungen zu entwickeln und erfolgreich umzusetzen. 

Emotionale Intelligenz: Als Fähigkeit eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und somit situatives Denken und Handeln erheblich zu begünstigen.  

Selbstkenntnis: Als Basis um sich seiner Werte und seines Selbstwertes bewusst zu werden um Handeln, Motivation und Authentizität in Einklang zu bringen. 

Von einem selbst hin zum Umfeld! Es gibt verschiedene Techniken, die es ermöglichen, Einsicht über sich selbst zu erlangen. Dieses neue Verständnis ist die Basis für Veränderungen, zunächst an einem selbst. Als logische Konsequenz werden damit auch automatisch wesentliche Veränderungen im Unternehmen herbeigeführt. Es handelt sich bei den Techniken um Übungen, wie zum Beispiel Meditations- oder bewusste Bewegungsübungen. Durch Selbstbeobachtung werden die eigenen Emotionen besser erkannt und akzeptiert. Folgerichtig kann man danach auch mit den Emotionen anderer besser umgehen, sprich: man hat Empathie entwickelt. Nicht zuletzt hat dies auch eine erhöhte Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern zur Folge und umgekehrt. Darüberhinaus gibt es auch die sogenannten Journaling-Schreibübungen, die sehr kraftvoll eigene Denkmuster zum Vorschein und damit ins Bewusstsein bringen können, um sie im Anschluss in andere, situativ angebrachtere Denkmuster zu transformieren. In Folge dieses Trainings werden Kompetenzen wie Achtsamkeit, emotionale Intelligenz und Selbstkenntnis zur alltäglichen Gewohnheit. Zunächst von einem selbst, dann auch im Verbund mit dem gesamten Umfeld. So kann eine Transformation des Betriebes ihren Anfang finden, hin zu einem modernen Unternehmen, das den Menschen komplett miteinbezieht: seine Emotionen, seine Stärken, aber auch seine Schwächen. Nur so kann der Betrieb sein ganzes Potential entfalten. Ein Potential, das auf den ersten Blick vielleicht gar nicht für möglich gehalten wurde, welches mit dem Fokus auf den Menschen aber einen unerwarteten Schub erhalten kann. (Ende Artikel)

Seminar "Führung neu definiern!"

Autor und Achtsamkeitsexperte Dominik Ley begleitet das Handwerk dabei, achtsame Führung als Teil der Unternehmens- und speziell der Mitarbeiterführung im Betrieb zu integrieren. Dazu findet am 26./27. März 2020 das allererste Achtsamkeitsseminar für Handwerksbetriebe statt. Es sind noch ein paar Seminarplätze frei, Ihre Anmeldung können Sie gerne per E-Mail formlos an mich senden.

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