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Meine Eindrücke und Erlebnisse auf der EU-Ministerkonferenz in Nikosia/Zypern.

Geschrieben von Volker Geyer am

Malerische Wohnideen - Zypernblog

Ich nehme es vorweg: Das war für mich ein überragendes Erlebnis mit einmaligen Eindrücken, Erfahrungen, Aktivitäten und persönlichen Gesprächen. 

Vielen Dank an die Europäische Kommission und an den Zyprischen Wirtschaftsminister Neoklis Sylikiotis, der mich persönlich als Sprecher zu dieser EU-Konferenz der europäischen Wirtschaftsminister eingeladen hat. Unser deutscher Wirtschaftsminister Philipp Rösler ließ sich aufgrund in Berlin wichtiger anstehender Entscheidungen durch die Generaldirektorin des Bundeswirtschaftsministeriums Claudia Dörr vertreten. Über die wirtschaftspolitischen Inhalte dieser Konferenz werde ich in einem weiteren Blogbeitrag berichten. 

Nachstend kleine Geschichten und persönliche Eindrücke dieser beiden Tage auf Zypern:

Von Frankfurt nach Zypern gab es am Anreisetag keinen Direktflug, Zwischenstopp in Wien. „Hallo Herr Geyer“ spricht mich auf dem Flughafen Wien unverhofft jemand an, als ich auf einem Ledersessel, wahrscheinlich gelangweilt aussehend, auf das Boarding in den Flieger nach Zypern wartete. Okay! Internet und Social Media reicht ja auch bis nach Wien, dachte ich. Das Gesicht kenne ich …

Es war Marko C., der Referatsleiter Entrepreneurship der Europäischen Kommission in Brüssel, also kein spezieller Social Media Kontakt. Wir haben uns auf der KMU-Woche 2011 in Brüssel kennen gelernt. Er sagte mir, dass er mich als Speaker für die Konferenz vorgeschlagen hat wofür er von mir auf der Stelle mein allerherzlichstes Dankeschön bekam.

Vier Stunden später: „Meine Damen und Herren, die offiziell gemessene Temperatur auf Zypern heute: 44,2 ° “ waren die letzten Worte des Piloten vor der Landung auf dem Airport in Larnaka. Aha, die Landeshauptstadt Nikosia hat keinen Flughafen. Also Bustransfer 50 Km zur Inselmitte. Im Bus ausschließlich EU-Konferenzteilnehmer. Alles Länderdelegierte, die zu ihren Hotels gebracht wurden.

Während der Busfahrt saß ich neben Frau Dr. B. vom Bundewirtschaftsministerium. Wir unterhielten uns angeregt darüber, wie sie das ganze Jahr über mit den Wirtschaftsvertretern aller anderen EU-Nationen verhandelt, um bei anstehenden Abschlüssen möglichst die deutschen Interessen ausreichend berücksichtigt zu bekommen. „Das ist ja wie auf einem Bazar“ konnte ich mir gerade noch verkneifen, zu sagen.

Gegen 16 Uhr Hotelankunft, 5-Sterne, Hilton Cypres. Einchecken. Bis hierin war alles einigermaßen normal für mich.

Im Zimmer fand ich ein persönliches Begrüßungsschreiben vom Cyprischen Wirtschaftsminister vor, der zum Abendempfang mit Gala-Dinner im Garten des Oberbürgermeisters von Nikosia einlud. Treffpunkt 17.30 Uhr Hotellobby zur Abfahrt dorthin. Garderobe: Smart casual.

Pünktlich in der Lobby eintreffend, bat mich eine junge Dame doch gleich in den Bus vor dem Hotel einzusteigen. Aha, wieder Busfahren. Doch ab nun war alles anderes, selbst das Busfahren. Ein bisschen wunderte mich –vorsichtig formuliert- das erhöhte Polizeiaufkommen auf dem Hotelparkplatz und um diesen Bus herum. Meine ID-Card entsprach den Anforderungen, dort einsteigen zu dürfen, natürlich in Hostessenbegleitung. Schließlich saßen vielleicht 25 Personen in diesem Bus. Alle kannten und begrüßten sich, sprachen Englisch miteinander. Ich kannte niemanden, wurde jedoch von vielen mit Handschlag begrüßt mit der Frage, wer ich sei. „I am a speaker tomorrow“ war meine nicht sonderlich einfallsreiche Antwort. Schon befand ich mich mitten im Ministertreffen.

Dann begann die Fahrt: Zwei Polizeiwagen mit Blaulicht vor dem Bus, zwei dahinter, acht Polizeimotorräder daneben. Auf zum Bürgermeisterempfang. Jede Straßenkreuzung war durch die Polizei abgesperrt, bis wir zügig durch waren. Ampeln wurden ignoriert, sie hatten bei allen unseren Fahrten keine Bedeutung.

Beim Bürgermeister angekommen, mussten wir warten, bis sich die Security ringförmig und weitläufig um den Bus zu einem kurzzeitigen Sperrgebiet formiert hatte. „Ministers please …“ sagte eine charmante Begleiterin als Freigabe, den Bus nun verlassen zu dürfen. Ich machte einfach alles mit, so konnte ich nichts falsch machen. Übrigens: Alle Sakkos blieben im Bus. Deutschlands Hochsommer ist ein Kühlschrank gegen die gleisende Sonne Zyperns an diesen Tagen. 

Danach Bürgermeisterempfang in kleiner Runde: 25 Minister/Ministervertreter … und meine Wenigkeit! „This is our Conference-Speaker from Gemany“ Mit dieser Beschreibung konnte der cyprische Wirtschaftsminister nur mich meinen. Spätestens jetzt wussten alle, was der Grund meiner Anwesenheit war. 

Jetzt noch ein Besuch des Nationalmuseums in Nikosia, dann hinauf auf den höchsten Turm der Stadt mit herausragender Aussicht, schließlich noch ein kleiner Stadtrundgang …

Huch, was ist denn das: Nikosia ist geteilt in Nord und Süd, in einen türkischen Teil und in einen griechischen Teil. Die Türken haben eine Mauer aufgebaut, mit Stacheldraht. Sie bewachen diese Linie 24 Stunden mit Waffen. „Die letzte geteilte Hauptstadt“ lese ich auf einem Schild und „Berliner Mauer No. 2“ nennt sich ein Kebabhaus direkt am gefühlten Checkpoint Charly. Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor.

Zu Fuß waren es von hier etwa 10 Minuten zum Bürgermeistergarten, wo das Gala-Buffet und ein Musikensemble bereits auf uns warteten. Vor, während und nach dem Essen Gespräche über Gespräche, die Kommunikation stand über allem, man hatte sich scheinbar Vieles zu sagen. Und ich mitten drin. Mein Englisch wurde fortan immer „besser“.

Tag der Konferenz!

Der Bustransfer vom Hotel zum neuen EU-Konferenzcenter lief ab, wie die Transfers am Tag davor: Ausreichende Polizeieskorte, Ampeln wurden ignoriert, Straßenkreuzungen waren für unsere Durchfahrt gesperrt. Im Konferenzcenter angekommen, erwarteten uns zwei Fernsehteams mit laufender Kamera und zahlreichen Mikrofonen. Für mich interessierte sich verständlicherweise niemand! Immer wieder fahren einzelne schwarze Limousinen vor. Den Reaktionen der Journalisten und TV-Kameras nach zu urteilen, waren das wohl die populärsten Teilnehmer dieser Konferenz.

Durch mehrere Sicherheitskontrollen kam ich schließlich in das Konferenzgebäude und in den Konferenzsaal hinein. Jacqueline (Jackie) Davis, wohl eine international bekannte TV-Journalistin, fing mich gleich ab mit „You are Mr. Geyer, one of the Speaker?“ „Yes, I am“ gab ich kurz und knapp zurück. Frau Davis war die Moderatorin des Tages und berief die vier Referenten des Tages zu einer kurzen Besprechung zu sich. Diese waren Prof. Markides (Universität London), Dr. Caroline Jenner aus Kanada, Prof. Patsalis (Universität Nikosia) und … Volker Geyer.

Die Referenten sollten am Vormittag auf dem Podium sitzen, ihre vorbereiteten Statements abgeben und mit den Ministern und Ministervertretern darüber diskutieren. Ich sprach in Deutsch, alles wurde simultan übersetzt. Ein sehr beeindruckender Vormittag für mich. 

Die Kaffeepausen fanden für die Minister (und Referenten) in der Ministerlounge statt. Für das Minister-Mittagessen gab es einen separaten Diningroom. Auch hier durften die Referenten teilnehmen. Mein rechter Tischnachbar war der stellv. Wirtschaftsminister aus Litauen, mein linker Tischnachbar der Wissenschaftsminister aus Irland. Und ich mittendrin, mit beiden in Gesprächen vertieft. 

Die Nachmittagskonferenz bestand aus vier parallelen Workshops. Jeder der vier Referenten gab in seinem Workshop ein 15 Minuten Referat zu seinem Thema, dass er anschließend mit den dort teilnehmenden Ministern mitdiskutierte. Die Erfahrungen der Referenten waren den Ministern dabei sehr wichtig. Moderator meines Workshops war der stellv. Wirtschaftsminister aus Polen. Das Schlusswort gehörte wieder dem Referenten.

Ein für mich äußerst anstrengender Konferenztag mit Gesprächen über Gesprächen, Diskussionen über Diskussionen ging gegen 17 Uhr zu Ende. Schließlich noch zur Pressekonferenz mit zahlreichen Fernsehkameras, dem EU-Vizepräsidenten Antonio Tajani konnte ich noch einen 5 Minuten Smalltalk abgewinnen und der cyprische Wirtschaftsminister klopfte mir mit einem sichtlich erleichterten Lachen im Gesicht auf die Schulter. Die Konferenz schien in seinen Augen erfolgreich zu Ende gegangen zu sein.

Zurück ins Hotel!

Früh um 3.25 Uhr startete mein Flieger nach Frankfurt. Um 1.40 Uhr rollte bei „kühlen“ 32° eine schwarze Limousine vor das Hotel, wir stiegen zu dritt dort ein und wurden mitten in der Nacht mit Blaulichteskorte zum Flughafen nach Larnaka chauffiert, bis direkt vor unsere Maschine.

Was für ein 2-Tageserlebnis, in jeder Beziehung! 

Inhaltsauszüge meines Vortrages während dieser EU-Ministerkonferenz

Überall Polizei und Security!

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Nikosia von oben!

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Die Minister werden vor dem Konferenzcenter von den Medien erwartet!

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Im großen Konferenzsaal - Sitzungspause! 

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Wähernd meines Workshops mit einigen Ministern!

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Mit dem zyprischen Wirtschaftsminister Neoklis Sylikiotis (links) und 
EU-Generaldirektor Daniel Calleja Crespo (rechts) während eines lockeren Umtrunks 
bei der Stadtbesichtigung.

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